| Mahnwache im Schichtbetrieb |
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| Von Klaus Heckenbach | |
| Montag, 17. Mai 2010 | |
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"Deutsche Bucht", Ulmenstraße 17, Sonntag 9. Mai 2010 Kalt erwischt hat DIE LINKE, die LAW, die Wilhelmshavener und die Polizei die Ausrichtung des NPD-Landesparteitages in der ehemaligen Gaststätte "Deutsche Bucht" in der Ulmenstraße 17 in Wilhelmshaven. Ohne jede Vorlaufzeit und trotz des Muttertages gelang es, spontan eine etwa acht Stunden andauernde Mahnwache ins Leben zu rufen. Über Internet und Telefonketten wurden immer mehr Wilhelmshavener und Parteimitglieder aktiviert. So wuchs im Laufe des Nachmittags die Gruppe der Demonstrierenden von initial 20 Teilnehmern auf einen Höhepunkt von etwas mehr als 100 Teilnehmern. Im Durchschnitt war diese Demonstration im Schichtbetrieb zwischen 50 bis 70 Teilnehmer groß, denn es war wegen des Muttertages ein ständiges Kommen und Gehen, viele unterbrachen die Teilnahme für einige Zeit wegen familiärer Verpflichtungen oder blieben nicht lange. Gerade der ersten Handvoll Teilnehmer sollte großer Respekt gezollt werden, denn es war nicht klar, wie viele Neonazis ihnen gegenüberstehen und ob überhaupt Polizei vor Ort war. Die Möglichkeit, die Teilnahme für die Familie zu unterbrechen, hatten die Beamten und Beamtinnen der Polizei nicht. Tatsächlich wurden in Wilhelmshaven "Hundertschaften" aus ganz Niedersachsen zusammengezogen, die Polizeipräsenz, die den NPD-Landesparteitag bewachen musste, war massiv. Die Polizei vergrößerte den Abstand zum Gebäude, als die Demonstration anwuchs. Neben der Antifabi, dem Netzwerk gegen Rechts und diversen Kreisverbänden der LINKEN konnten wir Basu, Grüne, CDU, SPD und autonome AntifaschistInnen im Demonstrantenpool ausmachen. Urspünglich sollte der NPD-Parteitag in Bad Gandersheim stattfinden. Dort formierte sich eine mehrere hundert Teilnehmer starke Gegendemonstration; das zuständige Amtsgericht verbot die Ausrichtung im geplanten Veranstaltungsort, nachdem einer der Eigentümer des Veranstaltungsraums Klage eingereicht hatte. Die ehemalige Gaststätte "Deutsche Bucht" stellte Pico Wach von der rechten "Deutschen Partei" der NPD zur Verfügung. Es gibt heute Hinweise, dass dieser Ort mindestens seit 6. Mai als möglicher Veranstaltungsort protegiert und auch besichtigt wurde, obgleich das Gebäude doch sehr heruntergekommen aussieht. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist auch deshalb überraschend, weil es hier gar keine NPD-Strukturen mehr gibt und die NPD bei Wahlen völlig bedeutungslos ist. Die etwa 65 Teilnehmer des NPD-Landesparteitages, die wir zählten, kamen wegen der provozierten Absperrungen aus ihrem heruntergekommenen Loch nicht heraus. Der größte Teil der Delegierten war mit KFZ angereist. Der Privatparkplatz der Sparkasse in der Ulmenstraße war völlig zugeparkt. Abgeschottet und eskortiert von der Polizei zog die NPD nach 18:00 Uhr unter viel Hohn und Spott davon.
Es hat sich gezeigt, daß die WilhelmshavenerInnen sehr schnell auf Naziansammlungen reagieren können. Ohne den Muttertag wäre die Mahnwache durchgehend deutlich größer gewesen. Wir haben gelernt, daß Nazis ziemlich familienfeindlich sind: Von familiären Veranstaltungen wie dem Muttertag sind Nazis wohl (verständlicherweise) ausgeschlossen. Siehe auch Bericht auf Stop-Rechts.de
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 17. Mai 2010 ) |
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