| Eckpunkte für eine solidarische Gesellschaft |
|
|
|
| Von Johann Janssen | |
| Dienstag, 24. Oktober 2006 | |
|
linke alternative wilhelmshaven: Eckpunkte für eine solidarische Gesellschaft
linke alternative wilhelmshaven: Eckpunkte für eine solidarische Gesellschaft:
In der LAW haben sich Mitglieder der WASG, der Linkspartei und der WALLI und parteilose Linke zusammengeschlossen. Wir richten unsere Kommunalpolitik konsequent am Grundsatz sozialer Gerechtigkeit aus. Das bedeutet für uns vor allem, dass die kommunalpolitischen Entscheidungen an den Bedürfnissen und Erfordernissen derer ausgerichtet sein müssen, die sozial am schwächsten sind und die Solidarität von Politik und Gesellschaft am meisten benötigen. Wir treten in diesem Sinne für eine sozial gerechte Verteilung der Lasten ein, bei der die Schwächeren nicht und die Starken mehr bedacht werden. Dazu gehört, dass die Einwohner in allen sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen verbindlich selbst entscheiden bzw. mitentscheiden können. Seit Jahren folgt die deutsche Wirtschaftspolitik den Ideen des Neoliberalismus. Die negativen Folgen für die BürgerInnen sind deutlich sichtbar. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Die Löhne sinken real; der Staat und auch die Kommunen ziehen sich aus ihrer sozialen Verantwortung zurück. Es wird das Tafelsilber verkauft: Zur kurzfristigen Haushaltssanierung wird das gemeinschaftliche Vermögen an unpersönliche Kapitalgesellschaften verhökert. Der Sozialstaat wird abgebaut. Der Handlungsspielraum der Stadt wird kleiner; die Daseinsvorsorge wird zunehmend privaten Trägern überlassen. In Wilhelmshaven wird dennoch viel gemeindliches Geld ausgegeben, z.B. für den JadeWeserPort und dafür notwendige Infrastrukturmaßnahmen oder für die Pflasterung der Marktstraße. Die ruinierten Stadtfinanzen werden dann von teuren Beratern analysiert, die feststellen: Die Stadt ist faktisch pleite. In allen Kulturbereichen wird beschnitten. Einbürgerungswillige Kriegsopfer werden ausgewiesen. Viele WilhelmshavenerInnen sind im Rentenalter. Obwohl die Bürger immer älter werden, steigt doch die Arbeitslosigkeit, und trotz Hafenausbau und hektischer Bautätigkeit gibt es für die Jüngeren keine Perspektive. Eine bessere Berücksichtigung von Jugendinteressen erfordert die direkte Beteiligung von Jugendlichen in den Räten. Demokratie im Rat der StadtDie Stadt wird faktisch von einer großen Koalition regiert. Viele Wilhelmshavener Wählervereinigungen können ein Lied von der Ignoranz der sogenannten etablierten Parteien singen. Es muss im Rat wieder zu einem demokratischen Miteinander der Fraktionen kommen. Die BürgerInnen unserer Stadt sollen über Fragen, die der Rat zu entscheiden hat, mitbestimmen können. Die Öffentlichkeit der Ratssitzungen muss garantiert werden, damit die interessierten Bürger als Zuhörer die Ratsarbeit beobachten können. In regelmäßigen Bürgersprechstunden können diese informierten BürgerInnen ihre Politikkompetenz einbringen. Die Stadt braucht den Sachverstand und die Ideen ihrer Bürger dringend. In die Ausgestaltung von Bebauungsplänen sind die BürgerInnen so früh wie möglich einzubeziehen, nicht erst, wenn diese zur Einsicht ausliegen. Wir unterstützen die Bildung von Bürgerversammlungen und die Durchführung von Einwohneranträgen und Bürgerbegehren, damit dem Bürgerwillen wieder Rechnung getragen wird. Wir wollen, dass die Umsetzung der Ratsbeschlüsse sichtbar und nachvollziehbar wird. Von der Tagespresse erwarten wir eine unparteiische objektive Berichterstattung über die Rats- und Ausschusssitzungen. Die Aufgaben der StadtDie Stadt ist der ausschließliche Träger der gesamten öffentlichen Aufgaben. Sie stellt in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit die für ihre EinwohnerInnen erforderlichen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen bereit. Die Haushaltspläne der Stadt sind von der Entwurfphase bis hin zur Verabschiedung öffentlich bekannt zu machen. Die Darstellung muss nachvollziehbar sein. Die linke alternative wilhelmshaven wird sich dafür einsetzen, dass die Privatisierungen beendet und, wo es möglich ist, rückgängig gemacht werden. Der Verwaltungsausschuss entscheidet über die Verwendung von Geldern. Hier ist in allen Bereichen transparent darzulegen, welche Mittel wofür verwandt werden, insbesondere welche direkten und indirekten Subventionen Wirtschaftsunternehmen bekommen. Hierbei muss der Grundsatz gelten, dass, wer öffentliche Mittel in Anspruch nimmt, für diesen Teil kein Betriebsgeheimnis geltend machen kann, dass er im Gegenteil öffentlich benannt wird und die Höhe der direkten und indirekten Subventionen sowie deren Bindungsauflagen offengelegt werden.Unsere Kommunalpolitik richtet sich am Grundsatz sozialer Gerechtigkeit aus. Das bedeutet, auch bei kommunalen Entscheidungen ist die Lastenverteilung so vorzunehmen, dass starke Schultern mehr tragen als schwache. Das bedeutet, dass EinwohnerInnen , deren Einkommen die Armutsgrenze nicht übersteigt, für die Nutzung von Kindergärten oder Kinderbetreuung keine Gebühren zu zahlen haben. Auch andere öffentliche Einrichtungen wie z.B. die Bäder und das Theater müssen ihre Preise nach solchen Gesichtspunkten staffeln. Wir werden dafür Sorge tragen, dass Initiativen und Einrichtungen, sie sich um die Förderung des Allgemeinwohls kümmern – Frauenhaus, Lesekreise, Hausaufgabenbetreuung, Seniorenbeiräte, Schuldnerberatung – die erforderlichen Mittel erhalten, die sie für ihre Arbeit benötigen. Zur Geschichte der StadtWilhelmshaven ist nicht organisch gewachsen, sondern eine vom Kaiser gegründete Militärstadt, deren Funktion die Beherbergung und die Instandhaltung der deutschen Flotte war. Von Wilhelmshaven ging nach dem verlorenen 1. Weltkrieg die Revolution von Marinesoldaten und Arbeitern, den Arbeiter- und Soldatenräten, aus. Es gibt in Wilhelmshaven Bürger, die sich um die Geschichte Wilhelmshavens als Kaiserstadt im „Zentrum für wilhelminische Studien“ zusammengeschlossen haben. Die Vergangenheit der Stadt macht diese aber nicht zukunftsfähig. Wir brauchen 60 Jahre nach dem 2. Weltkrieg keine geteilte Geschichte, sondern ein Zusammenführen der Erfahrungen für die Zukunft der Stadt. Ein gemeinsames BürgerInnenbewusstsein ist die Bedingung für eine gute und friedliche Entwicklung. Die Bundeswehr wird umgerüstet, weg von der Landverteidigung hin zu Einsätzen rund um den Erdball. Wenn die Schiffe nun an die Brennpunkte der Welt geschickt werden, sollte in ihrem Heimathafen darüber offen gesprochen und diskutiert werden. Die linke alternative wilhelmshaven sucht das Gespräch mit den Soldaten, um miteinander über den Sinn militärischer Einsätze zu sprechen. Soldaten sind nicht nur Angehörige des Militärs mit Befehl und Gehorsam, sondern auch Bürger. Finanzen/HaushaltDie Wilhelmshavener Finanz- und Haushaltspolitik kann von ihren BürgerInnen überhaupt nicht beeinflusst werden. Aus dem Haushalts- und Finanzausschuss der Stadt dringt selten etwas nach außen, und wenn doch einmal, dann sind die Entscheidungen schon gefallen. Wir wollen, dass die Bürger in alle Planungen und Vorhaben einbezogen werden. Rat, Ausschüsse und BürgerInnen brauchen die Demokratie nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander. |
|
| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 27. Oktober 2006 ) |
| < zurück | mehr > |
|---|








